
Bis zum Baujahr 07-1967 wurde eine mechanische Tankanzeige im Armaturenbrett verbaut.
Am Tankgeber ist ein fester Drahtzug eingehängt, der die Schwimmerposition direkt auf das Anzeigeinstrument überträgt. Auf der Rückseite des Instrumentes findet sich eine kleine Handschraube, mit der die Nadel auf der doch recht groben Anzeigeskala etwas feinjustiert werden kann.
Dieses schnuckelige Instrument, mit einem kleinen Chrohmrahmen umrandet und rechts vom Tacho in der Gitterblende positioniert, wurde von zwei Herstellern geliefert: VDO und MAGURA. Beide Hersteller fertigten auch einen passenden, rein mechanischen Geber.
MAGURA und VDO haben sowohl im Instrument wie auch im Geber unterschiedliche technische Lösungen umgesetzt – alle Bauteile sind untereinander kompatibel verbaubar.
Hier nun exemplarisch die Revision einer MAGURA Tankanzeige: Öffnen, Reinigen/Instandsetzen und Zusammenbau:
Magura Tankanzeige – VW Teile NUmmer 113 919 031
Die Magura Version sieht Fahrerseitig, bis natürlich auf den Schriftzug, zur VDO Version gleich aus. Der Drahtseilzug ist auch hier fest im Innen-Mechanismus der Anzeige eingehängt. Zieht man am äußeren Ende, sollte sich der Zeiger ruckfrei und sprürbar gegen eine leichte Federkraft bewegen lassen. Die Federkraft im Inneren sollte den Seilzug und somit den Zeiger des Instrumentes allein zügig wieder rückführen.
Der Seilzug sollte knickfrei, und rostfrei sein, und kann bei kompletter Zerlegung des Instrumentes ebenfalls bearbeitet/ausgetauscht werden – hier sind Gesamtlängen des Außen- wie Innenzuges , sowie der beiden „Knubbel“ an den Enden maßlich einzuhalten!
Gut zu erkennen die Aufnahme für die Glühbirne (Fassung BAS7), sowie der kleine Gewindestift für die Montageklemme im Armaturenbrett; daneben die Einstellschraube für die Feinjustage des Zeigers, mittels dem der Zeigerausschlag auf den tatsächlichen Tankinhalt eingestellt wird.
Einstellschraube
Die kleine Einstellschraube zur Justage des Zeigers ist aus Kunststoff und sitzt stramm auf der verzahnten Zeigerwelle. Darunter eine wichtige Messingscheibe, beides zusammen mit vielleicht 1/10 mm Abstand zum Gehäuse für reibungsfreie Bewegung. Vorsichtig und umlaufend anhebeln, bis mit den Fingern der Stift abziehbar ist.
Instrumentenrahmen
Das Magura Instrument ist anders verschlossen als das VDO Instrument, hier sind nur die beiden Zierleistenansätze von hinten hochzubiegen; nicht zu weit, sonst brechen sie ab, ein Winkel von bis ca. 75° reichte bei mir aus (und ermöglichte die problemlose Rückbiegung bei der Montage ) den Chromrahmen abzuheben.
Ziffernblatt
Der schwierigste Teil steht bevor : Das metallische Zifferblatt muss runter, es liegt nur auf dem Metallgehäuse auf, ohne Verklebung oder Verschraubung – das ist die gute Nachricht.
Da die Zeiger aus Kunstoff gerne brüchig sind, muss das Zifferblatt ganz vorsichtig angehoben und der Zeiger zuerst am Achsteil durch das Loch des Zifferblattes durchgefädelt und dann vorsichtig schräg am Zeiger vorbei geführt werden. Hiernach die Zeigerwelle auf einem Stück Holz von hinten aufgesetzt langsam herausdrücken.
Alternativ kann man auch die Zeigerwelle mit dem Zifferblatt zusammen erst einmal aus dem Gehäuse drücken, Zeiger und Zifferblatt müssen danach getrennt werden. Das ist kurz gesagt die Challenge des ganzen Arbeitspaketes !
Alle Bauteile werden nun gereinigt
- Scheibe mit Glasreiniger
- Kunststoffteile vorsichtig (!) mit wenig Seifenwasser, hartnäckigen Schmutz mit wenig Kunststoffreiniger
- Feder säubern mit Lappen und einen Tropfen Waffenöl
- Chrom (Alu) Rahmen mit Chrompaste etwas putzen/aufpolieren
- die Achse unter dem Zeiger sollte blankes Messing sein, maximal einen Pinseltrofen Waffenöl und vorsichtig (!) wieder abtupfen. Die Rutschkupplung sollte durch die kleine axiale Vorspannungskraft genügend Eigenhemmung gegen ungewollte Zeigerverstellung behalten (Fahrzeugerschütterungen sollten den Zeiger nicht verstellen können, hier ist weniger Schmierung als Korrosionsschutz gewünscht….und Fingerspitzengefühl
)
- Gehäuse mit Waschbenzin
- Seilzug innen etwas Teflonöl/Waffenöl
Sehr schön erkennbar wie herum die Feder eingehängt wird und wie ihre Funktion dann auch störungsfrei sichergestellt ist. Dieses Instrument kann nun in gutem Zustand wieder in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammengebaut werden.
Darstellung der Mechanik, Tank leer:
Darstellung der Mechanik, Tank voll:
Funktion im Film:
Zusammenbau
Den aufpolierten Chromrahmen habe ich mit wenig Pattex an den Zierleistenenden fixiert, und die Endstücke hinten langsam und vorsichtig wieder zurückgebogen (vgl. Bilder oben). Instrument wieder eingebaut, Seilzug am Geber eingehängt und an der Feinstellschraube des Instrumentes eingestellt.
Instrument wieder eingebaut, Seilzug am Geber eingehängt und an der Feinstellschraube des Instrumentes eingestellt.
Tipp: Einstellung optimieren auf „Tank leer“, dann stimmt automatisch „Tank voll“. Hierzu den Beifahrer bitten die Tanknadel zu beobachten ob bei nieder gedrücktem Tankgeber mit eingehängtem Seilzug bis an den Tankboden sich die Tanknadel an der korrekten Stelle des Instrumentes zeigt. Wenn nicht, dann an der kleinen schwarzen Schraube einfach etwas nachstellen, und schon ist die Anzeige fertig eingestellt. Birne aufstecken nicht vergessen!