Die Elektrik im Käfer ist im Vergleich der heutigen Fahrzeuge sehr überschaubar. Doch trotzdem gibt es auch hier hin und wieder mal Fehler auf die man nicht sofort kommt. Meistens genügen zur Abhilfe schon ein paar Handgriffe und alles „läuft“ wieder, so wie der Werbeslogan es einst sagte.

Nachfolgend ein paar (kuriose) Fehlerbeschreibungen und Abhilfemaßnahmen:

Als Modell diente uns ein 1200er Mex, BJ.´84 mit Gleichstrom-Lichtmaschine

Die Generatorlampe leuchtet

Das kann viele verschiedene Ursachen haben:

  • ein (oder mehrere Kabel) vom Regler oder der LiMa sind nicht angesteckt
  • die LiMa (Lichtmaschine) ist defekt
  • der LiMa-Regler ist defekt
  • Massefehler

Wir prüfen zunächst den korrekten Anschluss aller Kabel an der Lichtmaschine und am Regler. Alles richtig angeschlossen? Sitzen die Stecker alle fest?

Kleiner Tipp: Den festen Sitz jedes Steckkontaktes überprüfen und gegebenfals die Klemmzungen der Stecker mit der Flachzange etwas nachbiegen.

Lima-Regler_alt

Nun messen wir mit einem Voltmeter bei laufendem Motor die Spannung vom LiMa-Regler zur Batterie. Diese sollte je nach Motordrehzahl zwischen 13,5 und 14,5 Volt liegen. Alles was darunter oder gar darüber ist, deutet auf einen defekten Regler hin. Bei einem zu niedrigen Wert, wird die Batterie nicht richtig geladen. Bei einem zu hohen Wert, fängt die Batterie an zu kochen! (Vorsicht vor auslaufender Batteriesäure!) In beiden Fällen ist der Regler dringend zu ersetzen, bevor die Batterie schaden nimmt. Einen alten Regler zu reparieren lohnt sich meistens nicht, da die Kontakte oftmals abgenutzt sind und der Aufwand diese zu ersetzen zu groß ist.

Spannungsmessung

Heutzutage gibt es bereits elektronische Regler

Lima-Regler_Neu

Weiter geht´s mit der Lichtmaschine:

Ein wichtiger Punkt sind hier die Kohlen. Diese halten zwar lt. vieler Aussagen ca. 100.000 km, aber zwischendurch mal einen Blick darauf zu werfen kann nicht schaden. Die Gleichstrom-Lichtmaschine beim Käfer hat 2 Kohlebürsten: Eine oben und eine unten liegend. Auch wenn vielleicht die eine Kohlebürste nur teilweise abgenutzt ist, sodass diese nicht mehr oben übersteht, sollte ein Austausch vorgenommen werden. Bei stärkerer Abnutzung schaffen es die Federn der Kohlebürste oft nicht mehr den Druck auf den Kollektor aufrecht zu erhalten.

Beim Blick in das Innenleben der Lichtmaschine kann man auch gleich noch prüfen, ob nicht eines der Kabel die zu den Anschlüssen führen abgerissen sind.

Lichtmaschine1

Ist auch hier soweit alles in Ordnung, widmen wir uns einem der kuriosesten Fehler…

Der Massefehler

Damit Strom fliesst, müssen alle Anschlüsse auch einen guten Kontakt und damit eine gute Leitfähigkeit haben. Wie auch bei den heutigen Fahrzeugen, wird die Stromrückführung vom Verbraucher über die Karosserie (Masse) abgeleitet. Im Laufe der Jahre können diese Anschlüsse jedoch korrodieren und der Strom kann nicht mehr korrekt fliessen.

Ein Beispiel:

Unser Modell hatte hin und wieder den Fehler, dass bei Betätigung des Blinkers das Radio aus ging, das Blinkrelais schaltete nicht, die Tankanzeige ging zurück und die Generator-Lampe an. Nach langer Suche sind wir dann auf korrodierte Massepunkte im Motorraum gestoßen.

Hierzu nehmen wir die Seitenverkleidungen links und rechts im Motorraum ab:

Und dann sieht man das Übel

Am besten reinigt man die Steckverbinder und die Anschlüsse mit einem feinen Schmirgel oder einer kleiner Drahtbürste und etwas Kontaktspray. In unserem Fall (siehe rechte Abbildung oben), haben wir jedoch gleich mal neue Stecker aufgekrimpt.

Solche Kontaktschwierigkeiten können unterschiedliche Fehler verursachen: Die Rückleuchten funktioniert nicht (richtig), eine Seite leuchtet stärker als die andere, beim Blinken geht das Bremslicht aus, usw…

Was auch ganz gerne vergessen wird, ist das Massekabel der Batterie. Dieses verbindet den Minus-Pol der Batterie mit der Karosserie

Es empfiehlt sich, die Batterie abzuklemmen (evtl. ausbauen), dann das Massekabel abschrauben und auch hier die Kontaktflächen des Massekabels abzuschmirgeln und zu reinigen.

Masseband Batterie

Und hier noch ein paar weitere Massepunkte

  • Links und Rechts der Reserveradwanne
  • Hinter dem Tacho

Auch eine defekte Sicherung kann manchmal Fehler hervorrufen, die man im ersten Moment nicht sofort zuordnen kann. Bei den alten Keramik- bzw. Torpedo-Sicherungen die damals im Käfer verbaut wurden, sieht man es normalerweise auf den ersten Blick, wenn eine Sicherung defekt ist:

Der durchgehende Draht würde bei einer Überlastung schmelzen.

Sicherung1

Bei näherer Betrachtung der einzelnen Sicherungen zeigte sich jedoch, dass bei einer Sicherung die Kontaktfläche beschädigt war

Die Kontaktfläche in der Haltefeder war dadurch sehr gering, was teilweise zum Ausfall einiger elektr. Bauteile führte.

Mit der Zeit nutzen sich die Sicherungen an den Enden ab und es bilden sich kleine Riefen

Dies ist der Nachteil dieser Torpedosicherungen!

Wikipedia schreibt hierzu in einer Erklärung:

„Ein Nachteil ist die geringe, ringförmige Kontaktfläche, die bei ungenügender Druckkraft der gelochten Haltefeder hohe Übergangswiderstände verursachen kann. Diese führen zu übermäßiger Erwärmung der Kontaktstelle, was eine weitere Oxidation der ohnehin geschädigten Kontaktstelle weiter begünstigt.“  (Quelle: Wikipedia)

Durch Oxidation an den Sicherungsenden entstehen mit der Zeit hohe Widerstände. Dadurch kann sich die Sicherung erwärmen und im ungünstigsten Falle zu einem Brand führen!

Empfehlung: Hin und wieder mal die Sicherungen herausnehmen und „genauer begutachten“. Oxidierte Haltefedern mit einem feinen Schmirgel leicht bearbeiten und die Sicherung ersetzen (bei einem Preis von nichteinmal 50 Cent/Sicherung, sollte hier nicht gespart werden!)
Teilweise bekommt man übrigens bei speziellen Oldtimer-Zubehör-Shops noch solche Sicherungen aus Keramik, und nicht wie heutzutage aus Kunststoff!