Kategorie: Bastelecke

Die M-Ausstattungen des VW Typ 1 ( Dez. ’47 – Aug. ’71)

Die Basisversion der Fahrzeuge konnte schon früher mit vielerlei Zubehör oder technischen Ergänzungen/Änderungen bestellt werden. Wie heute auch noch verwendete Volkswagen Kürzel, hinter denen sich eine genaue technische Ergänzung verbarg – die sogenannten „M-Ausstattungen“.

Die für Ihren VW werksseitig geliefert Optionen finden Sie übrigens auch auf den von der „Stiftung Automuseum Volkswagen“ erhältlichen Urkunden wieder, die man für sein Fahrzeug dort erwerben kann.

 

Hier also die Liste zum entschlüsseln der werksseitig gelieferten Technik :

Werkzeug und Ersatzteil-Liste

Ob auf kurzen oder längeren Fahrten stellt sich immer wieder die Frage: Welches Werkzeug bzw. Ersatzteil soll ich mitnehmen oder sollte ich vielleicht sogar immer dabei haben?

Nun…es bleibt auch vieles im Ermessen des Fahrers, welche Sicherheit man möchte. Wobei die Ersatzteile eine wichtigere Rolle spielen! Das ein oder andere Werkzeug ist ggf. mit Hilfe der „gelben Engel“ eher schneller aufgetrieben, als z.B. ein Unterbrecherkontakt.

Wir haben euch in der nachfolgenden Liste mal das aus unserer Sicht Wichtigste zusammengestellt:

WERKZEUG

1 Satz  Doppel-Gabelschlüssel 7×8, 10×11, 10×13, 17×19
1 Satz  Ringschlüssel 10×13, 17×19, 21(x36)
1 Rohr-Steckschlüssel 8×10
1 Schraubenzieher f. Schlitzschrauben (Gr. 3 und 5 – evtl. 7)
1 Schraubenzieher f. Kreuzschlitzschrauben
1 Rohrzange 240 mm
1 Seitenschneider
1 Gripzange
1 Schlosserhammer 300g
1 Fühlerblattlehre
1 Prüflampe
1 Ratschenkasten
1 Radmutternschlüssel (am besten ausziehbar 17/19)
1 Zündkerzenschlüssel

ERSATZTEILE

1 Unterbrecherkontakt
1 Satz  Ersatzbirnen
1 Gaszug (passend!)
1 Kupplungszug mit neuer Flügelmutter
1 Keilriemen
1 Dichtsatz für Ölwechel
1 Verteilerläufer + ggf. Verteilerkappe
1 Zündkerzenstecker
1L Öl zum Nachfüllen
1 Benzinschlauch + Schellen
1 Satz  Zündkerzen
1 Rolle  Klebeband
1 Satz  Sicherungen
1 Rolle  Blumendraht
5m Kabel (1,5 mm2) + Wagoklemmen
 1 Satz  Kabelbinder (versch. Größen u. Längen)

Wartungsplan

Heutzutage gehen die Werkstätten je nach Fahrzeug eine Checkliste bzw. einen Wartungsplan durch, wenn sie z.B. einen großen Kundendienst durchführen. Dies hat es damals aber auch schon zu Zeiten des VW-Käfers gegeben.

Da ja viele unter euch Schraubern gerade am Käfer selbst Hand anlegen, statt in eine Werkstatt zu fahren, haben wir selbst einen Wartungsplan für den Käfer entworfen. Am besten einmal im Jahr, bevor bzw. wenn die Saison losgeht, den Plan durchgehen. So bleibt vielleicht die ein oder andere Überraschung, beispielsweise über ein plötzlich gerissenenes Kupplungsseil, erspart.

Der nachfolgende Plan wurde für einen Käfer aus den 80ern geschrieben.

VW_Kaefer_Wartungsplan_leer

Da es gerade bei älteren Modellen auch mechanische Unterschiede gibt, die auch gewartet werden müssen, kann dieser Plan natürlich selbst ergänzt/geändert werden. Daher bieten wir euch diesen im PDF und im Excel-Format zum Download an:

LED für Fernlichtkontrolle

Manchmal kommt es vor, dass man z.B. ein eingeschaltetes Fernlicht nicht bemerkt.
Gerade bei Tageslicht und mit der relativ schwachen Birne in der Fernlicht-Kontrollleuchte des Tacho, übersieht man gerne dieses herrlich „blaue Licht“, und in diesem Fall ist das hektische Winken des entgegenkommenden Fahrers kein freundliches Grüßen mehr…

Erstaunliche Verbesserung bringt hier der Austausch des normalen Birnchens (Fassung BA7S) mit einer modernen LED; auch wer, wie wir, nicht Fan dieser Technologie in unserem Oldie ist: HIER bringt sie tatsächlich einen sichtbaren Nutzen! Wir haben es für euch in der 12V Version bei zwei Tachogenerationen einmal umgesetzt:

vorher:

Tacho mit LED - 1
Tacho mit Standard

nachher:

Tacho mit LED - 2
Tacho mit LED 3

Preis pro Birnchen ca. 2,-€ , Steckfassung BA7S, Bezugsquellen offensichtlich nur online

LED_BA7S

Lenkrad Bezug aufziehen

Bereits in den 60ern gab es verschiedenartige Versuche das Käfer Lenkrad aus kaltem Bakelit Werkstoff im Winter etwas handwärmer zu bekommen.

Beliebte Möglichkeiten waren das flauschige Lammfell und der etwas schickere Kunstlederbezug. Letzteren haben wir einmal aufgezogen und für euch dokumentiert.

Natürlich ist auch dieser Tip, wie immer,  reine Geschmacksache – machen oder lassen mag jeder für sich selbst entscheiden.

Dieser soll es sein

Ein gutes Netzwerk braucht ein Käferfahrer um an ein solches Original heranzukommen, vielen lieben Dank dir Barbara Th. für diesen tollen Bezug mit Schaumstoff Kaschierung.

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Viel braucht man nicht, nur eine kleine Spitzzange zum Fädeln der Bandageschnur. Das Wichtigste Werkzeug kann man hier nicht sehen : etwas Geduld und Muße – am besten „turn on your Radio“ und schöne Musik dabei hören…in 10-15 Minuten ist das Ganze schon erledigt.

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Bezug aufsetzen

…und schön mittig ausrichten. Er sollte einigermaßen stramm draufgehen. Ist er schlabberig dann ist er zu groß und wird später auch so unschön bleiben – zu stramm ist natürlich auch nix.

In der Innenseite des Lenkrades sollte die Stoßstelle des Bezuges gleichmäßig zusammenlaufen

Wickelbeginn

Für eine bessere Endfixierung des Wickelfadens hat sich mir angeboten oberhalb der rechte Speiche zu beginnen um dort auch einen guten Sitz des Bezuges zu gewährleisten.

Die erste Schlaufe setzt man gerade und verknotet so, das der Fadenüberschuß zum Ende des Wickelganges sauber nach innen eingesteckt werden kann – hierbei etwa handfest anziehen.

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schön gleichmässig 

Zwei Finger breit, also ca.40mm,  wird der Bandagierfaden leicht schräg gewickelt. Dabei die offene Seite des Bezuges in Richtung Innenseite des Lenkrades halten und den Faden schön gleichmäßig (stramm) über das ganze Lenkrad wickeln.
Der Faden ist ein Flachmaterial, bitte nicht verdrehen !
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schräg wickeln

Das Auge kontrolliert die Hand, dabei die Restfadenlänge beobachten !

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das Ende naht

Wenn zum Schluß der Faden im richtigen und gleichmäßigen Abstand gewickelt wurde, sollte der Bezug schön gleichmäßig am Lenkrad anliegen. Wenn das Ergebnis nicht befriedigt, bitte wieder abwickeln und neu starten – du ärgerst dich sonst jeden Tag darüber. Nun diagonal über die Speiche ziehen.

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Reicht der Faden noch für mindestens eine Umdrehung??

Über der Speiche also noch einmal um das Lenkrad rum, dann den Faden innen einfädeln.

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Fadenschluss

Jetzt vorsichtig mit der Spitzzange durchziehen, wer mag nochmal rum..reinziehen und vorsichtig verknoten. Überschüssigen Faden nicht abschneiden. Knoten und Restfaden in die Innenseite des Bezuges verstauen und gleichmäßig verteilen.
 

(Restfaden nicht abschneiden, um im Falle einer Neuwicklung genug Fadenlänge für die Endmontage zu haben)

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Winterschlaf

Kaum ist die Fahrsaison zu Ende, stellt sich wieder Frage:

„Wie überwintere ich meinen Käfer am besten?“

Da zu diesem Thema immer wieder mal Fragen in einigen Foren auftauchen, haben wir euch das Wichtigste zusammengefasst:

  • Das Fahrzeug sollte in einer trockenen Garage/Halle/Scheune untergebracht sein. Ganz wichtig ist es, für eine gute Belüftung zu sorgen. Nichts ist schlimmer, als dass sich durch Luftfeuchtigkeit Schwitz- und Kondenswasser bildet.
  • Vor dem Einwintern nochmal waschen und ggf. wachsen. Im Frühling steigt man dann in ein schönes und sauberes Auto. Aber bitte das Fahrzeug „trocken“ in die Garage stellen!
  • Wer sein Auto gegen Schmutz und Staub schützen möchte, deckt es mit einem atmungsaktivem Cover zu (gibt es im Fachhandel ab 25,- Euro). Alternativ tun es natürlich auch alte Bettlaken (Reissverschlüsse und Knöpfe vorher entfernen!)
    Achtung: Bitte keine Abdeckplanen aus Plastik/Kunststoff nehmen! Hier sammelt sich sonst die Feuchtigkeit unter der Plane und es entsteht Schimmel oder Korrosion. Außerdem verkratzen solche Planen gerne mal den Lack.
  • Der Tank sollte möglichst voll sein, damit sich kein Kondenswasser bildet. Stahltanks können dadurch gerne rosten.
  • Die Batterie abklemmen, ausbauen und am besten in den Keller stellen oder anderweitig frostfrei lagern. Falls vorhanden, ab und an an ein Ladegerät anschließen – das verlängert die Lebensdauer der Batterie. (Hinweis: Nachladen nur in gut durchlüfteten Räumen!)
  • In den Fahrzeuginnenraum stellen wir einen kleinen Luftentfeuchter (gibt es ab 5,- Euro in jedem Baumarkt). Zusätzlich noch ein/zwei Dreiecksfenster einen Spalt öffnen um den Innenraum zu belüften (nur bei Mäusesicherer Umgebung).
  • Bei den Reifen erhöhen wir den Luftdruck auf ca. 2,5-3 Bar, um Standschäden zu vermeiden.
  • Die Handbremse nicht anziehen, damit diese nicht festrostet.
  • Ein mit Öl getränkter Lappen im Auspuff schütz vor Feuchtigkeit im Endrohr.
  • Sollte sich im Wischwasserbehälter reines Wasser befinden, entweder mit Frostschutzmittel auffüllen oder den Behälter ausleeren.

Zu guter Letzt, kommt noch das Thema Ölwechsel:

Der eine sagt:  Ölwechsel am besten noch vor dem Winterschlaf, da altes Öl Säuren enthält und dadurch Dichtungen und Metall angreifen könnten.
Der andere meint:  Lieber erst zu Beginn der neuen Saison einen Ölwechsel und das Öl ist ganz frisch im Motor. Letztendlich ist es nun Ansichtssache eines jeden Käferfahrers. In diesem Sinne, einen schönen Winterschlaf und angenehme Träume

Elektrik

Die Elektrik im Käfer ist im Vergleich der heutigen Fahrzeuge sehr überschaubar. Doch trotzdem gibt es auch hier hin und wieder mal Fehler auf die man nicht sofort kommt. Meistens genügen zur Abhilfe schon ein paar Handgriffe und alles „läuft“ wieder, so wie der Werbeslogan es einst sagte.

Nachfolgend ein paar (kuriose) Fehlerbeschreibungen und Abhilfemaßnahmen:

Als Modell diente uns ein 1200er Mex, BJ.´84 mit Gleichstrom-Lichtmaschine

Die Generatorlampe leuchtet

Das kann viele verschiedene Ursachen haben:

  • ein (oder mehrere Kabel) vom Regler oder der LiMa sind nicht angesteckt
  • die LiMa (Lichtmaschine) ist defekt
  • der LiMa-Regler ist defekt
  • Massefehler

Wir prüfen zunächst den korrekten Anschluss aller Kabel an der Lichtmaschine und am Regler. Alles richtig angeschlossen? Sitzen die Stecker alle fest?

Kleiner Tipp: Den festen Sitz jedes Steckkontaktes überprüfen und gegebenfals die Klemmzungen der Stecker mit der Flachzange etwas nachbiegen.

Lima-Regler_alt

Nun messen wir mit einem Voltmeter bei laufendem Motor die Spannung vom LiMa-Regler zur Batterie. Diese sollte je nach Motordrehzahl zwischen 13,5 und 14,5 Volt liegen. Alles was darunter oder gar darüber ist, deutet auf einen defekten Regler hin. Bei einem zu niedrigen Wert, wird die Batterie nicht richtig geladen. Bei einem zu hohen Wert, fängt die Batterie an zu kochen! (Vorsicht vor auslaufender Batteriesäure!) In beiden Fällen ist der Regler dringend zu ersetzen, bevor die Batterie schaden nimmt. Einen alten Regler zu reparieren lohnt sich meistens nicht, da die Kontakte oftmals abgenutzt sind und der Aufwand diese zu ersetzen zu groß ist.

Spannungsmessung

Heutzutage gibt es bereits elektronische Regler

Lima-Regler_Neu

Weiter geht´s mit der Lichtmaschine:

Ein wichtiger Punkt sind hier die Kohlen. Diese halten zwar lt. vieler Aussagen ca. 100.000 km, aber zwischendurch mal einen Blick darauf zu werfen kann nicht schaden. Die Gleichstrom-Lichtmaschine beim Käfer hat 2 Kohlebürsten: Eine oben und eine unten liegend. Auch wenn vielleicht die eine Kohlebürste nur teilweise abgenutzt ist, sodass diese nicht mehr oben übersteht, sollte ein Austausch vorgenommen werden. Bei stärkerer Abnutzung schaffen es die Federn der Kohlebürste oft nicht mehr den Druck auf den Kollektor aufrecht zu erhalten.

Beim Blick in das Innenleben der Lichtmaschine kann man auch gleich noch prüfen, ob nicht eines der Kabel die zu den Anschlüssen führen abgerissen sind.

Lichtmaschine1

Ist auch hier soweit alles in Ordnung, widmen wir uns einem der kuriosesten Fehler…

Der Massefehler

Damit Strom fliesst, müssen alle Anschlüsse auch einen guten Kontakt und damit eine gute Leitfähigkeit haben. Wie auch bei den heutigen Fahrzeugen, wird die Stromrückführung vom Verbraucher über die Karosserie (Masse) abgeleitet. Im Laufe der Jahre können diese Anschlüsse jedoch korrodieren und der Strom kann nicht mehr korrekt fliessen.

Ein Beispiel:

Unser Modell hatte hin und wieder den Fehler, dass bei Betätigung des Blinkers das Radio aus ging, das Blinkrelais schaltete nicht, die Tankanzeige ging zurück und die Generator-Lampe an. Nach langer Suche sind wir dann auf korrodierte Massepunkte im Motorraum gestoßen.

Hierzu nehmen wir die Seitenverkleidungen links und rechts im Motorraum ab:

Und dann sieht man das Übel

Am besten reinigt man die Steckverbinder und die Anschlüsse mit einem feinen Schmirgel oder einer kleiner Drahtbürste und etwas Kontaktspray. In unserem Fall (siehe rechte Abbildung oben), haben wir jedoch gleich mal neue Stecker aufgekrimpt.

Solche Kontaktschwierigkeiten können unterschiedliche Fehler verursachen: Die Rückleuchten funktioniert nicht (richtig), eine Seite leuchtet stärker als die andere, beim Blinken geht das Bremslicht aus, usw…

Was auch ganz gerne vergessen wird, ist das Massekabel der Batterie. Dieses verbindet den Minus-Pol der Batterie mit der Karosserie

Es empfiehlt sich, die Batterie abzuklemmen (evtl. ausbauen), dann das Massekabel abschrauben und auch hier die Kontaktflächen des Massekabels abzuschmirgeln und zu reinigen.

Masseband Batterie

Und hier noch ein paar weitere Massepunkte

  • Links und Rechts der Reserveradwanne
  • Hinter dem Tacho

Auch eine defekte Sicherung kann manchmal Fehler hervorrufen, die man im ersten Moment nicht sofort zuordnen kann. Bei den alten Keramik- bzw. Torpedo-Sicherungen die damals im Käfer verbaut wurden, sieht man es normalerweise auf den ersten Blick, wenn eine Sicherung defekt ist:

Der durchgehende Draht würde bei einer Überlastung schmelzen.

Sicherung1

Bei näherer Betrachtung der einzelnen Sicherungen zeigte sich jedoch, dass bei einer Sicherung die Kontaktfläche beschädigt war

Die Kontaktfläche in der Haltefeder war dadurch sehr gering, was teilweise zum Ausfall einiger elektr. Bauteile führte.

Mit der Zeit nutzen sich die Sicherungen an den Enden ab und es bilden sich kleine Riefen

Dies ist der Nachteil dieser Torpedosicherungen!

Wikipedia schreibt hierzu in einer Erklärung:

„Ein Nachteil ist die geringe, ringförmige Kontaktfläche, die bei ungenügender Druckkraft der gelochten Haltefeder hohe Übergangswiderstände verursachen kann. Diese führen zu übermäßiger Erwärmung der Kontaktstelle, was eine weitere Oxidation der ohnehin geschädigten Kontaktstelle weiter begünstigt.“  (Quelle: Wikipedia)

Durch Oxidation an den Sicherungsenden entstehen mit der Zeit hohe Widerstände. Dadurch kann sich die Sicherung erwärmen und im ungünstigsten Falle zu einem Brand führen!

Empfehlung: Hin und wieder mal die Sicherungen herausnehmen und „genauer begutachten“. Oxidierte Haltefedern mit einem feinen Schmirgel leicht bearbeiten und die Sicherung ersetzen (bei einem Preis von nichteinmal 50 Cent/Sicherung, sollte hier nicht gespart werden!)
Teilweise bekommt man übrigens bei speziellen Oldtimer-Zubehör-Shops noch solche Sicherungen aus Keramik, und nicht wie heutzutage aus Kunststoff!

Tankanzeige (mechanisch)

Bis zum Baujahr 07-1967 wurde eine mechanische Tankanzeige im Armaturenbrett verbaut.

Am Tankgeber ist ein fester Drahtzug eingehängt, der die Schwimmerposition direkt auf das Anzeigeinstrument überträgt. Auf der Rückseite des Instrumentes findet sich eine kleine Handschraube, mit der die Nadel auf der doch recht groben Anzeigeskala etwas feinjustiert werden kann.

Dieses schnuckelige Instrument, mit einem kleinen Chrohmrahmen umrandet und rechts vom Tacho in der Gitterblende positioniert, wurde von zwei Herstellern geliefert: VDO und MAGURA. Beide Hersteller fertigten auch einen passenden, rein mechanischen Geber.
MAGURA und VDO haben sowohl im Instrument wie auch im Geber unterschiedliche technische Lösungen umgesetzt – alle Bauteile sind untereinander kompatibel verbaubar.

Hier nun exemplarisch die Revision einer MAGURA Tankanzeige: Öffnen, Reinigen/Instandsetzen und Zusammenbau:

Magura Tankanzeige  –  VW Teile NUmmer 113 919 031

Die Magura Version sieht Fahrerseitig, bis natürlich auf den Schriftzug, zur VDO Version gleich aus. Der Drahtseilzug ist auch hier fest im Innen-Mechanismus der Anzeige eingehängt. Zieht man am äußeren Ende, sollte sich der Zeiger ruckfrei und sprürbar gegen eine leichte Federkraft bewegen lassen. Die Federkraft im Inneren sollte den Seilzug und somit den Zeiger des Instrumentes allein zügig wieder rückführen.

Magura 1

Der Seilzug sollte knickfrei, und rostfrei sein, und kann bei kompletter Zerlegung des Instrumentes ebenfalls bearbeitet/ausgetauscht werden – hier sind Gesamtlängen des Außen- wie Innenzuges , sowie der beiden „Knubbel“ an den Enden maßlich einzuhalten!
Gut zu erkennen die Aufnahme für die Glühbirne (Fassung BAS7), sowie der kleine Gewindestift für die Montageklemme im Armaturenbrett; daneben die Einstellschraube für die Feinjustage des Zeigers, mittels dem der Zeigerausschlag auf den tatsächlichen Tankinhalt eingestellt wird.

Magura 2

Einstellschraube

Die kleine Einstellschraube zur Justage des Zeigers ist aus Kunststoff und sitzt stramm auf der verzahnten Zeigerwelle. Darunter eine wichtige Messingscheibe, beides zusammen mit vielleicht 1/10 mm Abstand zum Gehäuse für reibungsfreie Bewegung. Vorsichtig und umlaufend anhebeln, bis mit den Fingern der Stift abziehbar ist.

Magura 3

Instrumentenrahmen

Das Magura Instrument ist anders verschlossen als das VDO Instrument, hier sind nur die beiden Zierleistenansätze von hinten hochzubiegen; nicht zu weit, sonst brechen sie ab, ein Winkel von bis ca. 75° reichte bei mir aus (und ermöglichte die problemlose Rückbiegung bei der Montage ) den Chromrahmen abzuheben.

Magura 4

Die beiden Zierleisten sind auch mit etwas Klebstoff gesichert, der zum Glück nicht sehr stark ist und bei langsamen Abheben des Rahmens nachgibt.

Magura 5

Nun sind links und rechts (neben den Zierleisten ) zwei Metallstifte herauszuschieben, ein kleiner Nagel reicht als „Schiebehilfe“

Magura 7

Einbaureihenfolge merken!

Magura 8

Innenteile entfernen

Jetzt sind ruhige Hände gefragt, denn alle Teile sollen wenn möglich zerstörungsfrei ausgebaut und wieder verwendet werden.

Zuerst den Dichtring herauslösen und das Kunststoffschild mit dem Text TANK MAGURA abnehmen…

Magura 9

…dann den Plexiglas Rahmen (der dient als Lichtverteiler von der kleinen Birne auf das Instrument) abnehmen, und die zwei seitlichen Metallklammern dabei nicht verlieren sondern mit abnehmen.

Magura 10

Ziffernblatt

Der schwierigste Teil steht bevor : Das metallische Zifferblatt muss runter, es liegt nur auf dem Metallgehäuse auf, ohne Verklebung oder Verschraubung – das ist die gute Nachricht.

Da die Zeiger aus Kunstoff gerne brüchig sind, muss das Zifferblatt ganz vorsichtig angehoben und der Zeiger zuerst am Achsteil durch das Loch des Zifferblattes durchgefädelt und dann vorsichtig schräg am Zeiger vorbei geführt werden. Hiernach die Zeigerwelle auf einem Stück Holz von hinten aufgesetzt langsam herausdrücken.
Alternativ kann man auch die Zeigerwelle mit dem Zifferblatt zusammen erst einmal aus dem Gehäuse drücken, Zeiger und Zifferblatt müssen danach getrennt werden. Das ist kurz gesagt die Challenge des ganzen Arbeitspaketes !

Magura 11

So sieht eine misslungene Aktion aus. Gut erkennbar auch der Einhängehaken rechts für den Seizug, sowie die Messingachse auf der später die Einstellschraube ausserhalb des Gehäuses sitzend eine Feineinstellung (Rutschkupplung zwischen Messingachse mit Zeiger im Alu-Gußteil) erlaubt.

Magura 12

Gehäuse

Hier das leere Gehäuse – nun wäre auch der Seilzug sowie andere Elemente des Gehäuses bearbeitbar; hier allerdings alles in bester Ordnung, lediglich eine Reinigung mit Waschbenzin notwendig.

Magura 13

Alle Bauteile werden nun gereinigt

  1. Scheibe mit Glasreiniger
  2. Kunststoffteile vorsichtig (!) mit wenig Seifenwasser, hartnäckigen Schmutz mit wenig Kunststoffreiniger
  3. Feder säubern mit Lappen und einen Tropfen Waffenöl
  4. Chrom (Alu) Rahmen mit Chrompaste etwas putzen/aufpolieren
  5. die Achse unter dem Zeiger sollte blankes Messing sein, maximal einen Pinseltrofen Waffenöl und vorsichtig (!) wieder abtupfen. Die Rutschkupplung sollte durch die kleine axiale Vorspannungskraft genügend Eigenhemmung gegen ungewollte Zeigerverstellung behalten (Fahrzeugerschütterungen sollten den Zeiger nicht verstellen können, hier ist weniger Schmierung als Korrosionsschutz gewünscht….und Fingerspitzengefühl )
  6. Gehäuse mit Waschbenzin
  7. Seilzug innen etwas Teflonöl/Waffenöl

Sehr schön erkennbar wie herum die Feder eingehängt wird und wie ihre Funktion dann auch störungsfrei sichergestellt ist. Dieses Instrument kann nun in gutem Zustand wieder in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammengebaut werden.

Darstellung der Mechanik, Tank leer:

Darstellung der Mechanik, Tank voll:

Funktion im Film:

Zusammenbau

Den aufpolierten Chromrahmen habe ich mit wenig Pattex an den Zierleistenenden fixiert, und die Endstücke hinten langsam und vorsichtig wieder zurückgebogen (vgl. Bilder oben). Instrument wieder eingebaut, Seilzug am Geber eingehängt und an der Feinstellschraube des Instrumentes eingestellt.

Magura last

Instrument wieder eingebaut, Seilzug am Geber eingehängt und an der Feinstellschraube des Instrumentes eingestellt.

Tipp: Einstellung optimieren auf  „Tank leer“, dann stimmt automatisch „Tank voll“. Hierzu den Beifahrer bitten die Tanknadel zu beobachten ob bei nieder gedrücktem Tankgeber mit eingehängtem Seilzug bis an den Tankboden sich die Tanknadel an der korrekten Stelle des Instrumentes zeigt. Wenn nicht, dann an der kleinen schwarzen Schraube einfach etwas nachstellen, und schon ist die Anzeige fertig eingestellt. Birne aufstecken nicht vergessen!

Magura_Eingebaut

Tankanzeige (elektrisch)

Die Tankanzeige im Käfer ist eine kleine Wissenschaft für sich. So gut wie jeder Käferbesitzer kommt einmal an den Punkt, an dem die Anzeigenadel einfach macht was sie will.

Wir haben uns ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt und euch eine kleine Anleitung zur Überprüfung zusammengestellt.

 

Bei der Überprüfung der Funktion kommen 3 Fehlerquellen in Frage:

  • der Tankgeber
  • die Tankanzeige selbst
  • der Konstanter (sitzt hinter dem Tacho)

Prüfung des Gebers

Um den Tankgeber auszubauen, aus Sicherheitsgründen zunächst die Masseleitung der Batterie abklemmen. Dann die Abdeckung im Kofferraum herausnehmen und die Leitung des Gebers abziehen.

Tankgeber3

Am Tankgeber ist oben eine Drahtwicklung, die je nach Stellung des Schwimmerarms von einem Schleifkontakt bestrichen wird.

Oft sind diese Wicklungen vergammelt. Man kann versuchen, diese vorsichtig mit einem Schmirgel zu reinigen. Sind die Drähte jedoch teilweise unterbrochen (durch jahrelanges Kontaktschleifen durchgescheuert), hilft nur ein kompletter Austausch des Gebers.

Tankgeber

Ein kleiner aber doch sehr entscheidender Punkt, sind die Beilagscheiben bei den Schrauben des Gebers:

4 davon sind aus Kunststoff, 1 aus Kupfer. Nur so ist der Masseübergang des Gebers gewährleistet!

Tankgeber4

Prüfung des Anzeigeinstruments und des Konstanters

Hat sich der Tankgeber als funktionsfähig herausgestellt, gehen wir nun zur nächsten Prüfung. Anstelle des Gebers, schliessen wir nun folgende Ohmsche Widerstände an die Geberleitung an:

R1  (Voll)                = 10 Ohm ± 5%, 1 W

R2  (1/2 Voll)          = 22 Ohm ± 5%, 1 W

R3  (leer/Reserve)  = 47 Ohm ± 5%, 1 W

Hierzu löten wir uns jeweils einen Widerstand zwischen zwei Flachstecker:

Tankanzeige11

Dieser wird dann zwischen Geberleitung und einem Massepunkt angeschlossen (Massepunkte finden sich u.a. gleich unterhalb vom Tacho )

(siehe hierzu auch diesen Thread: 12 V Steckdose)

Tankanzeige12

Je nach angeschlossenem Widerstand, muss der Zeiger nun in die eigezeichneten Feldern wandern. Falls nicht, ist das Anzeigeinstrument oder der Spannungskonstanter defekt.

Tankanzeige06a

Wir haben uns hier zum Testen eine „Luxusvariante“ mit umschaltbarem Widerstand gebaut:
(auf Anfrage senden wir euch dafür gerne eine Teileübersicht zu)

Tankanzeige01

Der Konstanter

Je nach Motordrehzahl liefert die Lichtmaschine mal mehr, mal weniger Spannung. Dadurch würde eine Benzinuhr mal mehr, mal weniger anzeigen. Der Konstanter hält die Spannung für die Benzinuhr konstant, so dass sie immer richtig anzeigt, oder anzeigen soll. Dieser sitzt direkt hinter dem Tacho

In vielen Fällen ist die im Konstanter eingebaute Glühlampe oder die Zenerdiode defekt. Es empfiehlt sich dann, diesen komplett zu tauschen.

Konstanter

12V – Steckdose/Zigarettenanzünder

Was in modernen Autos heute längst Standard ist, war damals im Käfer eher selten zu finden. Da heutzutage ja jeder mal gerne z.B. auf ein mobiles Navigationsgerät zurückgreift, stößt man schnell auf das Problem der Stromversorgung im Käfer.

Wir haben uns gewagt eine 12V-Steckdose in einem Käfer nachzurüsten. Das beschriebene Modell ist ein 1200er Mex, BJ.´84:

  • Aufbausteckdose oder Zigarettenanzünder
  • ca. 8 m 2-adriges Kabel für die Stromversorgung (2×2,5mm2)
  • ca. 0,5 m 2-adriges Kabel für den Schaltstrom des Relais (2×1,0mm2)
  • KFZ-Relais z.B. Typ FRC5BA 12V/30A (zur Schaltung der Steckdose über die Zündung)
  • 2 Ringkabelschuhe oder Flachsteckhülsen (zum Anschluss des Stromkabels an die Batterie)
  • Flachsteckhülsen

Zunächst suchen wir uns einen geeigneten Einbauort der Steckdose. Eine Aufbauversion eignet sich hier am besten für die Anbringung unterhalb des Armaturenbretts. So kann man diese auch ein bischen „versteckt“ anbringen:

Steckdose03

Anschließend ziehen wir ein Stromkabel von der Batterie bis nach Vorne in den Kofferraum, um eine separate Stromversorgung zu bieten. Hier eignet sich eine einfache Verlegung unter der vorhandenen Gummimatte.

Das Kabel trennen wir im vorderen Bereich auf, d.h. die Minus-Leitung geht direkt auf die Steckdose, die Plus-Leitung geht weiter in den Kofferraum entlang an an der Lenksäule, nach oben zum Armaturenbrett.

Kabel3

Hier bedienen wir uns bereits vorhandener Gummitüllen direkt unterhalb vom Armaturenbrett. Diese einfach ein Stück weit aufbohren und das Kabel in den Kofferraum durchziehen. Im gleichen Zug ziehen wir ein weiteres Kabel für die geschaltete Plusleitung zurück, auch durch die Gummitülle und wieder entlang an der Lenksäule zur Steckdose.

Das relais

Da die Steckdose nur bei eingeschalteter Zündung funktionieren soll, behelfen wir uns eines Schaltrelais (Typ FRC5BA).

Klemmbezeichnung

  • 30 – Batteriespannung Pluspol
  • 85 – Ausgang Schaltrelais, Minus, Steuerstromkreis am Relais (Anschluss zu Minus der Batterie bzw. Masse)
  • 86 – Eingang Schaltrelais, Plus, Steuerstromkreis am Relais (Anschluss an ZündungsPlus)
  • 87 – Ausgang Schaltrelais (hier den Verbraucher anschließen)

Das Relais besitzt eine Sicherungshalterung mit einer eingesetzten 30A Flachsicherung. Da wir als Verbraucher die Steckdose, ein Radio und die Öltemperaturanzeige anschliessen, genügt auch eine 15 oder 20A Sicherung.

Im Kofferraum widmen wir uns der weiteren Verkabelung:

Den Zündungs+ holen wir uns direkt vom Sicherungskasten (z.B. Sicherung 12). Wir verzichten aber auf sog. „Stromdiebe“, die ein vorhandenes Kabel einfach nur „anzapfen“ – diese stellen eine potentielle Brandgefahr dar!

Kabel6-1

Stattdessen nehmen wir Flachsteckverteiler, die einfach zwischen Sicherungsträger und den Kabeln gesteckt werden. Diese gibt es in unterschiedlichen Ausführungen:

Massepunkte, die direkt auf die Karosserie gehen, gibt es gleich unterhalb vom Tacho

Kabel9

An alle Kabel krimpen wir Flachsteckhülsen und schliessen diese an das Relais an.

Relais3

Das Relais wird mittels einer Haltefahne an einem Querträger befestigt.

Relais4

Weiter geht´s im Innenraum mit der Steckdose:

Nachdem wir die Befestigungslöcher gebohrt haben, werden die Kabel an die Steckdose angeschlossen und diese festgeschraubt.

Zum Schluß noch Kabelschuhe oder Flachsteckshülsen an die Kabelenden zur Batterie gekrimpt – fertig!

Steckdose01

Hier noch ein anderes Montagebeispiel:

Hier sieht man schön die Hohlschraube aus dem Fahrradbereich (Bautenzug-Einführung am Bremsgriff), mit drei Funktionen bei nur einem Loch im Blech: Anschluss Erdungskabel, Durchführung Pluskabel an den Sicherungskasten und Haltebohrung für den Kunststoffwinkel.
Den hab ich übrigens aus thermoplastisch verformbaren Kunststoff hergestellt – gibts für wenig Geld im Baumarkt.